Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Der Ring der Johanna Christina Brabeck


Johann Dietrich war aus gutem Haus.

Brabeck so hieß sein Geschlecht.

Er war arm wie eine Kirchenmaus.

Da kam ihm diese Heirat recht.

 

Johanna Christina war ihr Name.

Sie war selbstbewusst, reich und gütig.

Von Kopf bis Fuß eine echte Dame.

Jedoch leider auch sehr hochmütig.

 

Und so kam es wie es kommen musste,

dass just an jenem Freudentag,

Johanna um ihre Mitgift wusste

und ihrem Laster so erlag.

 

Sie nahm an Edelsteinen reich

einen Ring in ihre rechte Hand

und trat sodann an den Schlossteich.

Warf hinfort der Treue Unterpfand.

 

"Der Ring sieht nie mehr Tageslicht.

So wahr wird Brabeck nicht mehr verarmen."

Dies ihrem Gatten sie verspricht.

Ach Herr, habe doch mit ihr Erbarmen.

 

Die Zeit, sie ging in das Land.

Ihr könnt euch vorstell'n ihr Gesicht,

als sie plötzlich wieder fand

den Ring im Karpfenfischgericht

 

.Dass ihre Worte nicht gelogen,

sollt' als alte Frau sie erleben.

Die Armut kam ins Haus gezogen.

So ist das mit den Wünschen eben.

 

(Nach Motiven einer Sage aus Bottrop-Kirchhellen.)