Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Der Opferstein vom Donnerberg


Nach Bottrop kam ein Müllersmann

eine Mühle zu erbauen, 

damit viel Korn er mahlen kann, 

doch erlebte er das Grauen. 

 

Denn als die Mühle fertig gebaut, 

fehlten fürs Mahlwerk zwei Steine. 

Überall der Müller nach geschaut, 

doch finden konnte er keine. 

 

Endlich mahlen soll das Mühlenwerk. 

Er will die Mühle vollenden.

Als er dachte an den Donnerberg,

sollte sich sein Schicksal wenden.

 

Dort lag an alter Väter Stätte,

geweiht von heidnisch Priester Hand,

ein Stein so wie er ihn gern hätte.

Doch niemand sich zum Tragen fand. 

 

Erst mit Silber und auch Gold,

fand Männer er zum Tragen. 

Sie haben es so gewollt,

die Freveltat zu wagen. 

 

Lasst ab vom alten Opferstein, 

Donars Zorn holt euch sonst ein.

 

Einem sprangen Splitter in die Augen.

Blindheit wurde sein Lohn. 

So ergeht es denen, die nicht glauben

an Donar, Wotans Sohn. 

 

Einem zerquetschten Hand und Fuß.

Weithin hört man sein Schmerzgejohle.

Das ist des Donnergottes Gruß

für alle die, die ihm nicht wohle.

 

Schließlich war das Werk vollbracht.

Doch seit den Stein er in der Mühle stehen

- Liebe Leute gebt gut acht. -

sollte es mit dem Müller rückwärts gehen.

 

Kein Bauer brachte mehr sein Korn,

da gab er sich dem Trunke hin.

Die Mühle war schon bald verlor'n 

und mit ihr jeder Lebenssinn. 

 

So sollte es nicht lange währen

bis zusammen mit Korn und Ähren

die Mühlsteine den Müller mahlen. 

Er musste für den Frevel zahlen.

 

(Nach Motiven einer Sage aus Bottrop.)