Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Die Anfänge 

Vor etwa 12.000 Jahren vollzog sich mit der Neolithischen Revolution der Übergang in die Jungsteinzeit. Die Menschen wurden sesshaft und hörten auf als Nomaden umherzuziehen. Kleine Dörfer entstanden. In diesen Dörfern spezialisierten die Menschen sich. Jeder musste nun nicht mehr "alles" können, sondern machte die Sache, welcher er am besten konnte. Ein reger Tauschhandel entstand bei dem nicht nur die Bewohner innerhalb eines Dorfes Güter tauschten, sondern auch Dörfer miteinander Handel trieben. Doch brachte der Tauschhandel ein Problem mit sich:  

 

Was wenn einer der Tauschpartner das angebotene Tauschobjekt nicht gebrauchen konnte? 

 

Man benötigte also ein Zwischentauschmittel, was jeder immer gebrauchen konnte. Dies war die Stunde des Rindes. Eine Kuh gab Milch, gebar neue Rinder und ließ sich bei Bedarf schlachten, um den Menschen Fleisch zu geben. Und auch wenn man mangels der Erfindung eines Ochsenjochs immer noch lieber die Frau vor den Pflug spannte (bis zum Mittelalter sollte dies so bleiben) so war der Ochse dennoch ein beliebtes Arbeitstier.  

 

Das Geld war erfunden.  

 

Naturalgeld

Rinder waren ein anerkanntes Zahlungsmittel (Naturalgeld). Man konnte mit ihnen Dinge kaufen und sie ansparen (auf der Weide "parken"). Sie waren zudem ein anerkannter Vergleichsmaßstab. So berichtet der griechische Dichter Homer in seiner Ilias dass ein Arbeitssklave 4 Ochsen kostete und Priamos, der König von Troja ganze 300 Ochsen Lösegeld für seinen Sohn bezahlen musste. Doch brachten Rinder als Zahlungsmittel auch einige Nachteile mit sich:  

 

Sie verbrauchen Nahrung. (Wichtig, wenn man sparen will.) 

Sie können sterben. (Wichtig, wenn man sparen will.) 

Sie habe einen relativ hohen Wert.  

 

Wollte man eine neue Hose kaufen und hatte nur einen Ochsen dabei stellte einen dies vor ein Problem: Ein Ochse war natürlich viel mehr Wert als eine Hose. Würde man jedoch ein Stück vom Ochsen abschneiden, um die Hose zu bezahlen, so wäre mit dem Ableben des Zahlungsmittel auch niemandem gedient. Man brauchte also kleinere Einheiten. 

 

Hier wich man auf andere Lebensmittel aus. Begehrt war alles was länger haltbar war wie etwa getrocknete Früchte oder Getreide. Eine besondere Stellung nahm hier das Salz ein. Bei ihm handelt es sicht nicht nur um ein Grundnahrungsmittel, es war zur damaligen Zeit auch der einzige Stoff mit dem sich Fleisch und Fisch konservieren ließen.  

 

Gerätegeld

Mit der Metallverarbeitung kam die Entwicklung der Menschheit auf eine neue Stufe. Das Naturalgeld wurde nun teilweise vom Gerätegeld abgelöst. Die Menschen bezahlten nun auch mit kleinen Äxten oder Schaufeln aus Metall. Wichtig dabei war das die Miniaturausgabe eines Geräts jederzeit gegen ein großes Gerät eingetauscht werden konnte. Hinter einer Miniaturaxt verbarg sich also der Wert einer richtigen Axt. 

 

Hacksilber und Barrengeld

“Delphingeld”, Thrakien, Olbia, (425 – 350 v. Chr.)

Vor etwa 4500 Jahren begannen dann die Sumerer und Babylonier in Mesopotamien auch mit Silber zu bezahlen. Weil es problematisch war immer die exakt großen Silberkugeln dabei zu haben, die man für einen Kauf benötigte kam man auf die Idee das Silber in Formen zu gießen von denen man leicht Stücke abhacken konnte (Hacksilber). Eine weitere Möglichkeit bestand darin das Silber (oder ein anderes Metall mit dem bezahlt werden sollte) in nach Gewicht genormte Barrenformen (Barrengeld) zu gießen. So konnte man sich das Wiegen sparen. Besonders bekannt ist hier noch heute das Delphingeld (Barren in Delphinform) aus Olbia am Schwarzen Meer mit welchem damals dort bezahlt werden konnte.  

 

Schließlich, es war etwa 650 v. Chr., kam man in Lydien auf die Idee die ersten Münzen aus Elektron herzustellen.