Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Antike - Römische Republik  

Als in Kleinasien schon lange Münzen im Umlauf waren zahlten die Römer noch hauptsächlich in Naturalgeld, Hacksilber und Bronzestücken (Aes rude). Aufgrund des Fehlens eines einheitlichen Münzsystems wurde der Wert dieser Metallstücke durch Abwiegen bestimmt. 

Erst im 4. Jahrhundert v. Chr. versuchte man ein einheitliches Zahlungsmittel einzuführen: die Aes signatum. Diese Bronzebarren sollten ein Gewicht von fünf römischen Pfund (ca. 325g) haben und trugen die Inschrift "ROMANOM". Obwohl man sich auf einen Gewichtsstandart geeinigt hatte, wogen die Barren unterschiedlich viel. Ihre Herstellung wurde schließlich um 250 v. Chr. gänzlich eingestellt, da man in den Jahren zuvor ein Münzsystem eingeführt hatte. 

Bei diesem Münzsystem handelte es sich um ein System aus Bronzemünzen (heute unter dem Namen Aes grave bekannt), welche sich in Größe und Gewicht unterschieden.  Im Zentrum dieses Systems stand das As, welches ein römisches Pfund wog und sich in 12 Uncia unterteilen ließ. Dabei standen die Einheiten in diesem Verhältnis: 

 

1 Decussis = 10 Asse

1 Quincussis = 5 Asse

1 Tressis = 3 Asse

1 Dupondius = 2 Asse

1 As

1 Dextans = 5/6 As

1 Dodrans = 3/4 As

1 Bes = 2/3 As

1 Semis = 1/2 As

1 Quincunx = 5/12 As

1 Triens = 1/3 As

1 Quadrans = 1/4 As

1 Sextans = 1/6 As

1 Uncia = 1/12 As

1 Semiuncia = 1/24 As

1 Quartuncia = 1/48 As  

 

In der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. begann man zusätzlich mit der Prägung von Silbermünzen nach griechischem Vorbild in der Stadt Rom. Diese nannte man auch Didrachme oder Drachme. Auf der Vorderseite dieser Münzen bildete man den Kopf des Herkules ab, während die Rückseite zeigt wie die Zwillinge Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt werden. Mit dem Quadrigatus (den es auch als Trigatus bzw. Bigatus gab) führte man schließlich eine eigene Silbermünze im Wert von zwei Drachmen ein. Diese Münze kann man als Vorläufer des Denars sehen, welcher 211 v. Chr. eingeführt über 400 Jahre Dreh- und Angelpunkt des römischen Münzwesens war.  

Doch zuvor, im Jahr 213 v. Chr., wurde eine weitere Silbermünze, der Victoriatus, eingeführt. Diese Münze, mit einem Gewicht von 3,41g wurde etwa bis 100 v. Chr. geprägt. 

Mit der Einführung des Denar war dann ein großer Sprung getan, da diese Münze ein Fixpunkt in der römischen Währung werden sollte. Die ersten Ausgaben der Silbermünze wogen noch 4,5g und zeigten auf der Vorderseite die behelmte Roma, während auf der Rückseite die Dioskuren nach rechts galoppierten. Da zeitgleich der Gewichtsstandart der Kupferprägungen über Zwischenstufen auf den Sextantalstandard sank, konnte man einen Denar mit 10 Assen gleichsetzen. Der Denar erhielt also das Wertzeichen "X", der Quinar "V" und der Sesterz "IIS".  Durch weiteres Absinken der Nominalgewichte des Denars auf 3,89g und des Asses auf 27,3g kam es zu einem Verhältnis von 1 Denar zu 16 Assen. Bei diesem blieb es auch als das As um 90 v. Chr. nur noch ein Gewicht von 13,6g aufwies.  

 

Die Prägung von Goldmünzen war in der Republik eher die Ausnahme. Eine erste Serie dieser Münzen ist auf etwa 216 v. Chr. zu datieren und zeigt auf den Münzbildern den Januskopf und eine Eidszene.