Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Antike - Lydien   

Zwischen 650 und 600 vor Christus begannen die Lyder damit die ersten Münzen zu prägen.

Und genau hier liegt das Problem: Natürlich kann man keinen der Menschen mehr fragen, der vor über 2600 Jahren bei der ersten Münzprägung dabei war. Daher können wir uns nicht zu 100% sicher sein was damals in Lydien wirklich geaschah. 

Die Annahme dass dort zwischen 650 und 600 vor Christus das erste Münzgeld hergestellt wurde stützt sich wesentlich auf drei Gründe:  

 

1. Die Behauptung von Xenophanes (einem Autor des 6. Jahrhunderts v. Chr.), die uns aber nicht mehr im Original erhalten ist, sondern nur als Zitat aus einem Sammelwerk des 2. Jahrhunderts n. Chr. vorliegt. 

2. Die Überzahl an lydischen Münzen bei archäologischen Ausgrabungen aus diesem Zeitraum. 

3. Den Bericht von Herodot, nach welchem Lydien natürliche Vorkommen von Elektron gehabt haben soll. 

 

Uneinigkeit herrscht auch über den genauen Zeitpunkt. Während einige Numismatiker den Beginn der Münzprägung in die Regierungszeit von Alyattes II. (König von Lydien von 605 bis 561 v. Chr.) legen, beginnt sie für andere Numismatiker deutlich früher.   

Sicher ist jedenfalls dass es sich bei den ersten Münzen um Klümpchen aus Elektron in ovaler Form handelte, die noch kein Münzbild zierte. Es brauchte erst einige Zeit bis man über Riffelungen und Punzen zu Königswappen oder Tierdarstellungen kam.  

 

Stater

Das in Lydien übliche Nominal hieß Stater, was bedeutet "derjenige, der wiegt". Ein Stater entsprach etwa dem Monatslohn eines einfachen Soldaten, reichte also für einen Monat zum Leben. Damit man mit dem Stater im alltäglichen Leben einkaufen konnte, wurde er unterteilt. So gab es 1/3 oder 1/6 Stater Münzen bis hin zu 1/24. 

 

Krösus

Der Nachfolger von Alyattes II. war zugleich der letzte König von Lydien. Sein Name steht bis heute als Synonym für unermesslichen Reichtum, was wohl auf die Einführung des Münzgeldes und die überaus beeindruckenden glänzenden Münzen aus Elektron mit dem Löwenkopf zurückzuführen ist. 

Von Lydien aus entfaltete sich die Münzprägung in zwei Richtungen. In den Westen nach Griechenland und in den Osten nach Persien, wo sich die Münzprägung eng an das von Krösus geschaffene Währungssystem und seine Münzbilder anlehnte.  

Anfangs waren Münzen jedoch häufig nur eine Ergänzung zum Naturalienhandel und wurden oft als Kuriosität oder Sammlerobjekt betrachtet. Im Orient konnten sich Münzen als Zahlungsmittel erst mit den Diadochen, die nach dem Tod Alexanders des Großen 323 n. Chr. sein Reich unter sich aufteilten, durchsetzen. So verfuhr man in Ägypten bevor Ptolemaios I. die Satrapie übernahm nach der "Getreidesack-Methode". Dies bedeutete dass ein Sack Getreide die Nominaleinheit im täglichen Zahlungsverkehr bildete und je nach Bedarf durch Deben (Kupferringe) als Ersatzwährung ergänzt wurde.