Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Ohne Liebe


Wie Asphalt grau und trist,

gleich Schnecken schleichen Tage.

Seit du nicht mehr bei mir bist,

so ungewiss die Lage.

 

Wie Schatten düster, lauernd, kalt,

verstummt des Herzens Schlagen.

Fühle mich unendlich alt,

fühle zaudern mich und zagen.

 

Wie sternenlose, finstere Nacht,

so hell scheint mir mein Tag.

Halt` an einem Bilde wacht,

das längst in Scherben lag.

 

Denke immer an den Tag zurück,

an dem ich dich mit ihm flanieren sah.

Es zerbarst mein ganzes Glück,

das Ende ist nun nah.

 

Mein Leben ist an Kummer reich,

es bleibt nur eine Frage:

Ob dem werten Werther gleich,

den letzten Schritt ich wage?  

 

 

"Ohne Liebe" wurde in "Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Augewählte Werke XVII", Realis Verlag 2014 veröffentlicht.