Markus von der Gathen

Historiker - Theologe - Erziehungswissenschaftler
Numismatiker - Teilzeitpoet - Premierengast

Filmpremieren 2016

Hier seht ihr Berichte zu den von mir im Jahr 2016 besuchten Filmpremieren.

20. "Die dunkle Seite des Mondes" am 12.01.2016 in der Lichtburg Essen

Die erste Premiere im neuen Jahr und gleich ein großes Aufgebot an deutschen Schauspielgrößen. Mit Moritz Moritz Bleibtreu und Jürgen Prochnow waren zwei Schauspieler zu Gast, die auch international einen Namen haben.

Die dunkle Seite des Mondes ist für mich nach Der Koch die zweite Premiere eines Filmes nach einem Roman von Martin Suter.

Im Zentrum des Films steht der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Urs Blank. Sein Leben wird vollkommen aus der Bahn geworfen, als sich ein Geschäftsmann vor seinen Augen erschießt, dessen Firma von seinem Arbeitsgeber übernommen wird. Blank entfremdet sich immer weiter von seiner Ehefrau. Durch Zufall lernt er die alternative Lucille kennen und begibt sich mit ihr auf einen halluzinogenen Pilztrip. Dieser bleibt nicht ohne Folgen. Fortan gibt Blank seinen aggressiven Urinstinkten nach und verwandelt sich in einen gewaltbereiten Mörder, der einer Katze auch schon mal das Genick bricht, weil sie die Milch aus seinem Müsli trinkt. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, zieht er sich mit einem Pilzkundebuch in die Wälder zurück, um dort nach dem Gegenpilz zu suchen. Schließlich kommt es im Wald zur finalen Auseinandersetzung mit seinem Auftraggeber Pius Ott, für den Blank immer mehr zum Risiko wird.

Die dunkle Seite des Mondes ist ein spannungsgeladener Film, der den Zuschauer nicht einen Augenblick verschnaufen lässt. Getragen wird er hierbei vor allem von seiner düsteren Atmossphäre und dem grandiosen Spiel von Bleibtreu und Prochnow.

Hier findet ihr den Link zum Filmtrailer auf Youtube: Die dunkle Seite des Mondes Trailer

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Einige Impressionen von der Premiere:


21. "Der geilste Tag" am 25.02.2016 in der Lichtburg Essen

Was bringt mehr kleine, kreischende Mädchen zu einer Premiere als Florian David Fitz? Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer.

Dabei ist der neue Film von Fitz und Schweighöfer nicht unbedingt einer, von dem man erwartet, dass er kleine Mädchen anziehen würde. Es geht um Benno, der mit der Diagnose eines Gehirntumors in ein Hospiz eingeliefert wird, um dort seine letzten Tage zu verbringen. Dort lernt er den Pianisten Andi kennen, welcher mit einer Lungenfibrose auf den Tod wartet und ein Videotagebuch über sein Sterben führt.

Benno, der schon vorher einige kleinkriminelle Dinge am Laufen hatte, überredet Andi zu einem Kreditbetrug, um gemeinsam mit ihm den geilsten Tag seines Lebens zu verbringen. Dabei geht es Benno nur vordergründig um einen geilsten, letzten Tag seines Lebens. Vielmehr plant er nach Südafrika zu reisen, um noch einmal seine Exfrau und die gemeinsame Tochter Leni zu sehen.

So machen sich die beiden Todkranken mit 140.000 Euro zu einem waghalsigen Road Trip in den Süden auf, der sie trotz aller Erlebnisse unbefriedigt zurück lässt. Schließlich kommt bein finalen Showdown ein Anruf aus Deutschland...

Der Film hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um eine ausgezeichnete Tragikkomödie, die exakt die richtige Balance zwischen lustigen und nachdenklichen Momenten findet. Daher kann ich ihn bedenkenlos weiter empfehlen.

Auch wenn ich den Herren Schweighöfer und Fitz ihre Popularität unter Pubertierenden gönne, wünsche ich mir doch für die nächste Premiere mit ihnen etwas, etwas weniger kreischen Mädels.

Hier findet ihr den Link zum Filmtrailer auf Youtube: Der geilste Tag Trailer

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Hier findet ihr ein kurzes Video von der Premiere: Der geilste Tag Premierenvideo

Einige Impressionen von der Premiere:


 22. "Das Tagebuch der Anne Frank" am 02.03.2016 in der Lichtburg Essen

Das Tagebuch von Anne Frank ist seit dem Ende des 2. Weltkrieges für viele Schülergenerationen zur Pflichtlektüre geworden. Zudem wurde es sehr oft verfilmt. Mir persönlich sind mit der Neuverfilmung von 2016 acht Realfilme und ein Anime bekannt. Braucht es da eine weitere Verfilmung?

Doch zunächst zum Inhalt:

Anne Frank ist ein lebensfrohes, aufgewecktes und fröhliches Mädchen. Doch die diskrimierenden Regeln und Gesetze, welche die Nationalsozialisten gegenüber jüdischen Mitmenschen verhängen, erschweren ihr das Leben in Amsterdam immer mehr. Ihre Gedanken vertraut sie Kitty, einem Tagebuch an, welches sie zu ihrem 13. Geburtstag geschenkt bekommt.

Als Annes ältere Schwester Margot zum Arbeitsdienst einberufen werden soll, beschließt die Familie unterzutauchen. Gemeinsam mit vier weiteren Juden verstecken sie sich mit der Hilfe von Freunden in einem "Hinterhaus" in der Prisengracht. Hier fällt es der aufgeweckten Anne besonders schwer sich dauerhaft ruhig zu verhalten. Ihre Gedanken, Sorgen und Hoffnungen vertraut sie weiter ihrem Tagebuch an, welches so zu einem authentischen Zeitdokument wird. Hierzu nutzte Anne die Briefform, wobei sie ihre Briefe an unterschiedliche imaginäre Freundinnen richtete. Da Anne den Wunsch entwickelte Schriftstellerin zu werden, überarbeitete sie ihr Tagebuch mehrmals und bereitete es für eine Veröffentlichung vor. Diese sollte sie aber nicht mehr miterleben.

Am 04.08.1944 wurde das Versteck im Hinterhaus von der Gestapo entdeckt. Anne kam in das KZ Bergen-Belsen, wo sie Anfang März 1945 starb.

Um die Ausgangsfrage zu beantworten: Ja, es braucht eine neue Verfilmung.

Mit Lea van Acken hat der Film eine Hauptdarstellerin, welche Anne sehr ähnlich sieht. Zudem tut es der Geschichte gut neu inszeniert zu werden, um weiterhin Jugendliche anzusprechen, die heute natürlich eine andere Form der Inszenierung gewohnt sind, als diese in Kinofilmen vergangener Jahrzehnte geboten wird. Dabei bleibt der Stoff des Films aber zu jederzeit werktreu.

Hier findet ihr den Link zum Filmtrailer auf Youtube: Das Tagebuch der Anne Frank Trailer

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Einige Impressionen von der Premiere:


23. "Nebel im August" am 26.09.2016 in der Lichtburg Essen

Nach der Neuverfilmung von Anne Franks Tagebuch ein weiterer Film, der die düstere deutsche NS Zeit thematisiert. Dabei behandelt "Nebel im August" ein dunkles Kapitel deutscher Medizingeschichte. Gezeigt wird diese am Schicksal von Ernst Lossa.

Der junge Ernst gehörte zu den Jenischen. Dies war eine Bevölkerungsgruppe in West- und Mitteleuropa, die ihren Lebensunterhalt als fahrende Händler oder Wanderarbeiter verdiente. Von den Nazis wurden sie als Zigeuner bezeichnet und verfolgt.

Nach dem Aufenthalt in mehreren Erziehungsheimen, kam Ernst im Jahr 1942 in  die Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren. Anders als Anne Frank, hat Ernst aber kein Tagebuch geführt. Alles was wir heute über ihn wissen, stammt aus den Akten der Anstalt und einem erschütternden Dokument: Kurz vor seiner Ermordung schenkte Ernst dem Pfleger Max Ries eine Fotografie von sich, auf die er "Zum Andenken" geschrieben hatte. Diese Geste macht deutlich, dass Ernst das System der Anstalt durchschaut hatte und wusste, dass er nicht mehr lange leben würde.

Aufgrund der geringen Zeugnisse über Ernst Lossa und den dramaturgischen Prinzipien des Medium Film, wurden in der Erzählung einige historische Fakten geopfert bzw. hinzugedichtet.

So wird aus vier Ärzten in Kaufbeuren einer, der dazu einen fiktiven Namen trägt. Auch wenn Sebastian Koch diesen genial spielt, bleiben damit Möglichkeiten auf der Strecke. So wird die unmenschliche Selbstgerechtigkeit des Arztes Valentin Faltlhauser nicht gezeigt, der sich schon zu Kriegsbeginn für eine Ernährung der Patienten nach Arbeitsleistung einsetzte. Aus eigenem Antrieb schränkte Faltlhauser ab 1941 die Ernährung nicht arbeitsfähiger Patienten ein und "ernährte" diese ab 1942 mit einer fettlosen Kost, die nach drei Monaten zum Hungertod führte. Letzteres fand im Rahmen der Aktion T4 statt. Ebenso wird nicht der innere Zwiespalt des Arztes Dr. Gärtner gezeigt, der erst mordete und sich schließlich das Leben nahm, weil er mit der Schuld nicht mehr fertig wurde. Zudem wurden dem Film einige Figuren hinzugedichtet. So hat es die fallsüchtige Nandl, die im Film Ernsts Freundin wird, nie gegeben. Ebenso gibt es keine Hinweise auf eine in der Anstalt arbeitende Ordensschwester, die versucht Kinder vor der Ermordung zu retten. Diese Hinzudichtung geschah wohl, um den Film über die Thematisierung eines Einzelschicksals in die größeren Kontexte "Euthanasie" und "Widerstand der Kirche" einzuordnen.

Ich fand den Film sehr berührend und er hat mich dazu angeregt mich weiter mit Ernst Lossa und der Euthanasie im Dritten Reich zu beschäftigen. Mit Ivo Pietzcker wurde ein Junge gefunden, der Ernst äußerlich sehr ähnlich sieht und der auch gut schauspielern kann. Zudem spielt Fritzi Haberlandt mit, die seit "Erbsen auf halb Sechs" eine meiner Lieblingsschauspielerinnen ist. Da sei auch verziehen, dass es ihre Rolle, die Ordensschwester Sophia, so nicht gab.

Ein Film, den ich nur weiterempfehlen kann und den ich durchaus auch mit Schülern schauen würde, wenn man über den Nationalsozialismus spricht.

Hier findet ihr den Link zum Filmtrailer auf Youtube: Nebel im August Trailer

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Einige Impressionen von der Premiere:


 24. "Gleißendes Glück" am 10.10.2016 in der Lichturg Essen

Die Ehe von Helene Brindl ist schon seit Jahren unglücklich. Jeden Tag verbringt Helene in den immer gleichen Mustern. Zudem ist ihr Ehemann ihr gegenüber gewalttätig und bricht ihr unter anderem die Hand bei einem seiner Wutausbrüche. Helene erträgt dies alles.

Dann erfährt sie von Eduard Gluck, einem Wissenschaftler, der zum menschlichen Glück forscht. Sie nimmt den Weg auf sich und reist zu einer seiner Vorlesungen. Danach kommt es zu einem längeren Gespräch. Die beiden Menschen entwickeln Sympathie füreinander uns als Helene wieder zurück in ihr altes Leben fährt - die Hoffnung auf Besserung im Gepäck - halten sie postalisch Kontakt.

Helene und Eduard kommen sich immer näher. Aber ist Helene schon bereit für eine Beziehung zu dem charismatischen Wissenschaftler? Hinter seiner Fassade verbirgt sich ein Mensch, der mit inneren Dämonen ringt.

Regisseur Sven Taddicken verfilmte den Roman "Original Bliss" von A. L. Kennedy bildgewaltig, aber auch mit vielen intimen Momenten. Für die Hauptrollen konnte er mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur zwei große Darsteller des deutschen Films gewinnen.

Hier findet ihr den Link zum Filmtrailer auf Youtube: Gleißendes Glück Trailer

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Einige Impressionen von der Premiere:


25. "52. Wilsberg: In Treu und Glauben" am 23.11.2016 im Cineplex Münster